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DAS MODERNE WELTBILD

Das Weltbild unserer Zeit

Durch die Entdeckung weitere Planeten im Sonnensystem, verlor die Erde ihren Status als Mittelpunkt der Welt ganz und gar und selbst unser Sonnensystem wurde zu einem winzigen Etwas am Rande einer Galaxie, die ihrerseits nur eine unter vielen ist. Bis 1995 waren den Wissenschaftlern nur die Planeten im Sonnensystem bekannt. Seitdem finden die Astronomen fast wöchentlich neue Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems.

Unsere Sonne ist einer von 100 bis 200 Milliarden Sternen in unserer Galaxis, der Milchstrasse, in deren Zentrum ein Schwarzes Loch existiert. Unser Sternensystem ist Mitglied in einem Glaxienhaufen, der wiederum Mitglied in einem Superhaufen ist. Die Entfernungen zwischen den Himmelskörper sind für menschliche Alltagsdimensionen unfassbar groß. Das Universum ist entsetzlich ereignislos; die gesamte darin enthaltene Materie, also alle Sonnen, Planeten, Monde und die Milliarden umhertreibenden Asteroiden, füllen nicht einmal ein Billionstel des zur Verfügung stehenden Raumes aus. Ein vermeintlich vollkommenes Vakuum auf der Erde, ist vermutlich nicht so leer wie die Leere des interstellaren Raumes. In keinem Lehrbuch finden wir eine auch nur annähernd maßstabsgetreue Darstellung unseres Sonnensystems und das ist - nach praktischen Gesichtspunken gemessen - auch völlig unmöglich. In einer maßstabsgetreuen Abbildung unseres Sonnensystems, in der die Erde den Durchmesser einer Erbse hätte, wäre der Jupiter mehr als 300 Meter entfernt, den Jupiter würden wir erst in zweieinhalb Kilometern finden und das dürfte ziemlich schwierig sein, denn er hätte die Größe einer Bakterie. Vom Pluto aus betrachtet hätte die Sonne die Größe eines Stecknadelkopfes und unser nächst gelegener Fixstern, Proxima Centauri, wäre mehr als 15000 Kilometer entfernt. Wem die Dimensionen immer noch nicht groß genug erscheinen, der möge noch einmal die ersten Sätze dieses Abschnittes lesen.

Albert Einstein (1879 -1955) erkannte, dass die Schwerkraft nicht nur die Materie, sondern auch das Licht, also Energie beeinflussen kann, und entwickelte die komplexe Relativitätstheorie. Diese Theorie beinhaltet eine grundlegende Veränderung der Anschauung von Raum und Zeit. Demnach ist beispielsweise der Merkur nicht an dem Ort, an den wir ihn sehen. Vielmehr könnte er auch gerade hinter der Sonne stehen, da das Licht durch die Schwerkraft der Sonne gebogen wird. Wir schauen sozusagen um die Ecke. In Einsteins Relativitätstheorie wurde die Zeit als konstante Größe aufgegeben. Daher war auch sie lange umstritten.

Mit der Entwicklung der Raumfahrttechnik und der Landung des Menschen auf den Mond wurde ein weiterer Schritt zum heutigen Weltbild vollzogen. Satelliten wurden zu den anderen Planeten geschickt, und irgendwann einmal wird vermutlich auch der erste Mensch auf dem Mars landen. Das Universum ist noch voll von Rätseln, die gelöst werden wollen. So ist auch die Geschichte der Weltbilder noch nicht abgeschlossen und wird es auch wohl auch nicht. Schließlich ist es auch eine Geschichte der Menschheit.

In der Astrophysik ist die Frage zur Entstehung des Universums die wohl treibende Kraft in der Forschung. Das zeigt auch das große mediale Interesse an der Higgs-Bosson-Theorie, mit dessen Mechanismus sich ein weiterer Baustein der Urknalltheorie erklären lässt. Diese, von den meisten Wissenschaftlern favorisierte Urknalltheorie besagt, dass unser Universum vor etwa 13,7 Milliarden Jahren durch eine Explosion aus einem Punkt unendlicher Masse und Dichte, einer sogenannten Singularität, entstand. Nach weitläufiger wissenschaftlicher Meinung soll es noch 100 hoch 100 Jahre bestehen. Die Existenz der Sonne ist dagegen nur noch ca. 5,5 Milliarden Jahre gegeben. Ihr Leben wird sie als Riesenstern, später als Zwergstern beenden. Will die Menschheit überleben, wird sie nicht nur die Erde, sondern auch unser Sonnensystem lange Zeit davor verlassen müssen, um nicht ebenfalls ausgelöscht zu werden und mit uns unsere Sicht der Welt.